Referenzdatensatz der fünf am häufigsten mit Kabbala in Verbindung gebrachten Symbole (Rotes Band, Hamsa-Hand, Davidstern, Chai, die 72 Namen Gottes): Herkunft, hebräische Bezeichnung, ob es sich um ein genuin kabbalistisches Konzept oder um ein allgemein-jüdisches bzw. volkstümliches Symbol handelt, und eine redaktionelle Kurzeinordnung.
| Symbol | Hebräisch | Herkunft | Genuin kabbalistisch | Verwendung | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Rotes Band | – | Jüdischer Volksbrauch (Aberglaube gegen den bösen Blick) | nein | Aus roter Wolle, oft an einem als heilig geltenden Ort (z. B. Grab der Rachel) gesegnet und am linken Handgelenk getragen | Rotes Wollband am linken Handgelenk als Schutz vor dem sogenannten bösen Blick (Ayin Hara). Jahrhundertealter jüdischer Volksbrauch, seit den 1990er-Jahren durch das Kabbalah Centre als Markenzeichen popularisiert; kein originärer Bestandteil der kabbalistischen Gelehrsamkeit. |
| Hamsa-Hand | – | Nahöstliches Schutzsymbol, älter als Judentum und Islam; in jüdischer, muslimischer und nordafrikanischer Volkskultur verbreitet | nein | Schutzsymbol gegen den bösen Blick, als Schmuck, Anhänger oder Wandschmuck | Stilisierte, meist symmetrische Hand mit einem Auge in der Handfläche; seit Jahrtausenden im nordafrikanisch-nahöstlichen Raum Schutzsymbol gegen den bösen Blick. Im Judentum als Hand der Miriam, im Islam als Hand der Fatima verbreitet; kein spezifisch kabbalistisches Lehrsymbol. |
| Davidstern | Magen David (Schild Davids) | Allgemein-jüdisches Symbol, ab dem Mittelalter zunehmend mit jüdischer Identität verbunden | nein | Jüdisches Identitäts- und Erkennungszeichen; in gängiger Deutung steht das obere Dreieck für das Streben zum Göttlichen, das untere für den zurückkehrenden Segen | Zwei ineinander verschränkte gleichseitige Dreiecke (hebräisch Magen David, Schild Davids). Allgemein-jüdisches Erkennungszeichen, das erst ab dem Mittelalter mit jüdischer Identität verbunden wurde; historisch kein kabbalistisches Symbol und nicht mit dem Baum des Lebens zu verwechseln. |
| Chai | חַי (Chet + Jod) | Hebräisches Wort für Leben, jüdisches Alltagssymbol | nein | Als Anhänger oder Schmuckstück getragen; Geldgeschenke traditionell in Vielfachen von 18 | Das hebräische Wort für Leben bzw. lebendig, geschrieben mit den Buchstaben Chet und Jod. Nach der Gematria ergibt Chet (8) plus Jod (10) den Wert 18, weshalb 18 im Judentum als Glückszahl gilt. Fest im jüdischen Alltag verankertes Zeichen der Lebensbejahung, kein mystisches Geheimsymbol. |
| Die 72 Namen Gottes | – | Gematria-Auslegung von Exodus 14,19–21 in der klassischen Kabbala | ja | Meditatives und kontemplatives Instrument der klassischen Kabbala mit hoher Textkenntnis als Voraussetzung | 72 dreibuchstabige Kombinationen, die sich aus einer Gematria-Auslegung von Exodus 14,19–21 ergeben (drei Verse zu je 72 hebräischen Buchstaben, spaltenweise kombiniert). Genuin kabbalistisches, meditativ-kontemplatives Konzept, das traditionell erfahrenen Gelehrten vorbehalten war; kein Wunscherfüllungs- oder Glücksbringer-System. |
Als Quellenangabe in Text oder Fußnote:
kabbalakompass.de (2026): Kabbala-Symbole: Herkunft und Einordnung. Stand 2026-09-16. https://kabbalakompass.de/daten-kabbala-symbole.htmlAls Link auf Website, Blog oder in Dokumenten:
<a href="https://kabbalakompass.de/daten-kabbala-symbole.html">Kabbala-Symbole: Herkunft und Einordnung – kabbalakompass.de</a>Maschinenlesbar: JSON. Lizenz CC BY 4.0, Namensnennung „kabbalakompass.de“.
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